Die Erschließung des Westens

Auszug aus Garrets Tagebuch:

25.Myrtul

Heute ließ der Fürst nach Merle und mir schicken, angelbich wegen eines Auftrags von großer Wichtigkeit. Wieso genau er da an uns zwei Halblinge gedacht hatte, bleibt mir auch jetzt noch ein Rätsel. Wie dem auch sei, wir begaben uns also sogleich in die Burg des Fürsten um dort Zeuge einer heftigen Auseinandersetzung zwischen Molastoi und Nefis zu werden.
Es ging wohl um das übliche Thema der Magier, wer hat den größten Turm. Oder besser gesagt, um Regeln für die Errichtung solcher. Nefis pochte auf das alteingesessene Recht eines jeden Magiers Türme bauen zu dürfen, während Molastoi an der Meinung festhielt, es müsse exakte Regeln hierfür geben, um ein Wettrüsten zu verhindern. Fürst Frostmähne glänzte sowohl durch einen Scharfsinn, als auch durch ein Durchsetzungsvermögen, welche ich ihm nicht zugetraut hätte. Sein Richtspruch lautete: Es sei jedem Magier gestattet einen Turm zu bauen, mit der einzigen Einschränkung keine Magie dafür zu verwenden.
Dieses Urteil wagte keiner der Magier anzuzweifeln, und während Nefis mit vor Zorn rauchendem Kopf davon eilte, nicht ohne uns zuvor noch ihren Schoßhund Davion als “Verstärkung” auf unsere Mission mitzugeben, konnte man um Molastoi Kopf richtiggehend die Zahlen und Geldbeträge schwirren sehen, mit denen er wohl herum jonglierte um diverse lokale Handwerker für seinen Turm zu gewinnen.

Anschließend wandte sich der Fürst an unsere, nun 3 Personen fassende, Gruppe und offenbahrte uns diesen wichtigen Auftrag. Wir sollten uns auf dem Gebiet westlich von Valtenbruck, dem sogenannten Todesacker umsehen, da dies früher mal die Kornkammer der gesamten Nordküste gewesen sein sollte. Nordheim, so der Fürst, fülle sich immer mehr mit Leuten, und die Stadt quelle schon jetzt über, was in anher Zukunft auch zu Nahrungsengpässen führen werde. Der Fürst plante also die goldenen Felder, wie der Todesacker früher genannt wurde, wieder zu sichern und so den Nahrungsnachschub für die gesamte Insel sicherzustellen. Außerdem erzählte uns der Fürst noch von seinem Vorhaben weiter auf der Insel zu expandieren, vor allem wieder nach Westen richtung Donnerwacht.
Rußbart Langhammer, der sichdie ganze Zeit still verhalten hatte, polterte nun auf, dass das wie bereits besprochen ein gefährliches Vorhaben sei, habe doch der vergangene Konflikt und der verheerende Krieg damals, nur dadurch begonnen, dass sich die Menschen zu weit ausgebreitet hatten. Der Fürst ließ sich von dieser Idee allerdings nicht abbringen, und stellte Rußbart sogar in Aussicht in naher Zukunft einen Rückeroberungsversuch der Donnerwacht zu starten. Fürst Frostmähne berichtete uns auch von seinem Vorhaben, wieder Soldaten in die Ortschaften zu schicken um diese zu sichern.
Weiters sollten wir, gleich in einem Aufwischen sozusagen, eine Karawane von Siedlern nach Greifenschlag begleiten. Nachdem ich das Dorf schon längere Zeit nicht mehr gesehen hatte, stimmte ich sogleich zu, auch meine beiden Begleiter hatten nichts einzuwenden.

Also trafen wir einige Stunden später auf die abzugsbereite Karawane, der sich auch einige Zwerge, die nach Hamemrfest untwerwegs waren, sowie einige Soldaten angeschlossen hatten. So zogen wir nun also los. Aufgrund der vielen Zivilisten kamen wir nur schleppend voran. An Wanderers Rast verließ uns ein Teil der Soldaten die wohl nach Cernds Lichtung weiter maschierten, der Rest kam mit uns nach Greifenschlag.

26.Myrtul

In Greifenschlag angekommen wurden wir vom Dorfschulzen, dem alten Argal Winterwind begrüßt, und es ließ nicht lange auf sich warten hatten wir schon einen neuen AUftrag von ihm erhalten.
In der Nähe der Siedlung trieb sich wohl ein tollwütiger Greif herum, der schon einige Siedler angefallen hatte. Wir sollten nun ausziehen um ihn entweder zu heilen, was unsere Druidin sehr begrüßte, oder ihn unschädlich zu machen.

Unweit vom Dorf entfernt zeigte uns unser Führer die Greifenhöhle an einem steilen Abhang. Als wir uns daran machten, diesen zu erklimmen, wurden wir allerdings von der bestie überrascht, die direkt über uns aus der Höhle geschossen kam. Sehr zu unserer Verwunderung ignorierte der Greif uns allerdings, und attakierte Traja, die am Fuße des Abhangs zurückgeblieben war. Aus Angst um ihre treue Gefährtin, stürzte sich Merle todesmutig auf den Rücken des Greifs um diesen abzulenken. Nachdem ich mich von dem Seil losgemacht hatte, das ich als Klettersicherung benützte, tat ich es unserer Druidin gleich und gemeinsam besiegten wir die wildgewordene Bestie.
Nachdem sich Merle um ihre und Trajas Wundengekümmert hatte, untersuchten wir die Höhle des Greifen und stießen auf ein Gelege mit 2 halbausgebrüteten Eiern, welche wir mit uns nahmen und Argal zur Verwahrung überreichten.

27.Myrtul

Wir machten uns auf den Weg nach Westen und erreichten nach einem ziemlich langweiligen Reisetag das, uns schon bekannte, verfallene Gasthaus in dem wir die Nacht verbrachten.

28.Myrtul

Gegen Mittag erreichten wir die Stadtmauern von Valtenbruck, die Stadt scheint sich zwar zu erholen, allerdings hängt noch immer eine nicht greifbare Gefahr über den Häusern. Unsere Reittiere konnten nur durch die aufmunternden Worte unserer Druidin dazu gebracht werden, weiter zu gehen. Wir beeilten uns die Stadt zu durchqueren und stießen so zum ersten Mal durch das Westtor in den Todesacker vor.
Jenseits des Tores stießen wir überall auf Spuren der großen Schlacht. Die ganze Ebene war bedeckt von seltsamen schwarzen Gras oder Flechten. Davion meinte das wären wohl Nachwirkungen der Schlacht. Nach einigen Schritten erreichten wir die ehemaligen Belagerungslinien, wo sich noch einige Maschinen befanden. Neben einem riesigen Katapult, mit seltsam verzerrten Zwergenrunen darauf, lagen sogar noch einige Munitionskugeln. Diese teuflisch aussehenden, etwa halblingsgroßen, Kugeln bestanden aus, mit Stacheln besetzten, ineinandergreifenden Stahlplatten. Davions Meinung nach, handelte es sich hierbei um einen ausgeklügelten Mechanismus, der die Kugeln explodieren ließ, sobald sie auf dem Boden aufschlugen.
Neben dem Katapult entdeckte ich ein zusammengefallenes Zelt, das so aussah, als hätte sich der Belagerungskommandant dort aufgehalten. Mit Merles Hilfe zogen wir die Überreste der Zeltplane weg und entdeckten darunter eine ziemlich robust aussehende Stahlkiste.

Gerade als ich diese Begutachten wollte bewegte sich eine der Stachelkugeln. Die Platten schienen sich umzuformen und legten eine Art Feuerelemtar frei, das sich im Inneren befunden haben dürfte. Die Platten wirkten wie eine Art Rüstung für das feurige Scheusal und so prallte einer meiner Bolzen harmlos an ihnen ab. Das Elementar jedoch ließ ein markerschütterndes Brüllen los und wankte langsam in meine Richtung. Ich hielt Rückzug für die beste Option, unterschätzte aber die gewaltige Reichweite des Koloss und wurde von einem Fausthieb getroffen. Kurze Zeit flimmerten Sterne vor meinen Augen, doch ich konnte mich außer Reichweite retten. Währenddessen begannen Merle und Davion das Monster mit einem magischen Feuerwerk voller Blitze und magischer Geschoße zu traktieren. Das Wesen wirkte zwar nicht besonders beeindruckt, wechselte aber sein Ziel und verfolgte nun Davion. Dieser überlebte nur knapp einen geschleuderten Felsbrocken, kam aber dann auch außer Reichweite.
Rückwärtsgehend hielt er den Abstand zwischen sich und dem Elementar und feuerte sein ganzes magisches Arsenal ab. Den einzigen Effekt den er dabei jedoch erzielte war, dass der Gegner nicht von ihm abließ. Während sich die beiden immer weiter von mir entfernten begab ich mich zurück zu der Truhe und wollte einen Blick hineinwerfen.
Schnell untersuchte ich das Schloss der Kiste nach Fallen, doch ich war wohl zu aufgewühlt von den vorher geschehenen Ereignissen, sodass ich wohl die magische Falle übersah. Plötzlich schoß mir ein kleiner Gegestand entgegen dem ich nur dank meiner blitzartigen Reflexe ausweichen konnte. Noch immer glaube ich, in diesem Sekundenbruchteil eine Schlange gesehen zu haben, die nur um Handbreite mein Gesicht verfehlte, aber welcher kranke Geist versieht denn Truhen mit magischen Schlangen die hervor schießen?
Gerade als ich den Inhalt der Truhe einer schnellen Prüfung unterwerfen wollte, drang Merles Ruf zu mir durch und ich hob den Kopf. Ich sah gerade noch wie sich das Elementar samt Rüstung in einer riesigen Explosion auflöste und keine Sekunde später traf mich die Schockwelle und riss mich von den Füßen. Als ich wieder aufstand waren von unserem höllischen Gegner nur noch einige, dornenbesetzte Stahlplatten und ein riesiger Krater geblieben.
Ich stopfte schnell alle Wertsachen aus der Truhe in meinen Beutel und gesellte mich zu den anderen. Wir hatten alle überlebt, welcher Gott hatte hier wohl seine oder ihre schützende Hand über uns?

Noch immer geschockt vom Kampf bewegten wir uns nun schnell über die Ebene, auch da unsere Reittiere Merle per Tiersprache mitteilten, dass ihnen das schwarze Gestrüpp am Boden weh tat. Nach kurzer Reise erreichten wir eine verlassene Windmühle in der wir unser Nachtlager aufschlugen.

29.Myrtul

Am nächsten Tag machten wir uns bei Sonnenaufgang auf um noch weiter nach Westen vorzudringen. Einige Stunden vergingen bevor wir die ersten Häuser von Mondbruch vor uns entdeckten. Voller Verwunderung stellten wir fest, dass die gesamte Stadt unbeschädigt zu sein schien. Die Zeit hatte zwar einige Spuren hinterlassen, aber wir trafen nirgens auf die kleinsten Anzeichen eines Kampfes oder von Zerstörung. Davions Meinung nach, war die Stadt einfach unmöglich zu verteidigen gewesen und das anrollende Heer hatte sie dann als Nachschubposten benutzt.
Davion und ich durchsuchten die Häuser nach brauchbaren Gegenständen oder Infomationen, doch wir fanden nichts. In der Zwischenzeit schwang sich Merle, als Adler verwandelt, in die Lüfte und unterzog die Umgebung einer Suche von oben.
Wenige Stunden später kehrte sie zurück und erzhählte sie habe unweit der Stadt eine Art Drachenfriedhof gefunden, an dem sich eine Art Lager von seltsam verhüllten Gestalten befindet. Als sie erwähnte, an den Zelten prange ein Symbol in Form eines Totenkopfes samt Sanduhr war mir sofort klar, dass es sich hier um die Akademie des Todes handelte. Unser letztes Treffen noch gut in Erinnerung wollte ich mich dort umsehen um ihre Motive in Erfahrung zu bringen und möglicherweise ihr Unterfangen zu sabotieren.

Wir warteten also bis es Nacht war und näherten uns dem Lager. Davion blieb als Nachhut bei unseren Reittieren zurück, und Merle wartete etwas näher am Lager als Dachs getarnt. So war ich also ganz auf mich allein gestellt. Ich schlich vorsichtig voran und konnte einige Wachen belauschen. Leider hatten sich diese nichts Wichtiges zu erzählen, so blieb mir nur noch näher zu schleichen. Einige male wurde ich beinahe von den monströsen Patroullien bemerkt, konnte mich aber jedes Mal noch rechtzeitig hinter den riesigen Drachenknochen verstecken.
Ich näherte mich gerade so weit, dass ich ein Gespräch einiger Magier belauschen konnte. Es schien sich um eine Art Studienausflug der Akadamie zu handeln und der Sprecher, wahrscheinlich ein Lehrer, erklärte seinen Studenten allerhand grausame Details der Totenbeschwörung. Ich hatte bald genug gehört und machte mich auf den Rückweg.
Bei Sonnenaufgang erreichten wir wieder Mondbruch und begaben uns zu einer späten Nachtruhe.

30.Myrtul

Nachdem wir fast den gesamten Tag verschlafen hatten, blieben wir noch in Mondbruch und Merle besah sich die Umgebung aus der Luft. Sie stoß bis zur Donnerwacht vor, die, wie sie sagte, wohl von Hügerlriesen besetzt worden war.

31. Myrtul

Wir machten uns auf den Rückweg, und erkundeten noch die Straße südlich der Windmühle. Als diese sich in einen nebelverhangenen zu schlängeln begann, brachen wir diese Expedition ab und reisten zurück richtung Nordheim. Wir machten noch einen Zwischenstop bei Granny, der wir die Greifeneier zur Obsorge übergaben.

Die Erschließung des Westens

Die Nordküste DaBaua