Ouverture des Untergangs

Der Schrecken ist mir gefolgt! Was auch immer ich an diesem schickshaften Tag in die Welt gesetzt habe, wirft seinen Schatten selbst in diese gottverlassene Gegend. Die Einheimischen und meine Gefährten ahnen noch nichts von meinem Anteil an ihrem Untergang!
Endlich konnte ich trotz des verfluchten Wolfgeheuls schlafen, aber nun hält mich die Erinnerung wach und in meinen Träumen erlebe ich wieder und wieder die Flucht aus jenem Verlies. Es ist mir ein Rätsel wie ich am nächsten Morgen die Konzentration aufbringen kann um Magie zu wirken, möglicherweise liegt es an Pheeps, er scheint für mich zu schlafen; zumindest denke ich, dass er das meint. Allerdings darf ich mir nichts anmerken lassen, vielleicht ist ja auch er ein Agent des unaussprechlichen – weil mir unbekannten – Übels. Ich lasse ihn im Glauben, dass ich nicht denke, dass er für mich denkt, was ich zu denken habe. Genau.

Jedenfalls war es der Morgen des 15. Mirtul und Selina, Malakans, Indiras, Pheeps und ich machten uns auf den Weg um Merries Vater in Rubinhausen aufzusuchen, da uns die Kleine ja eine Belohnung in Aussicht gestellt hatte. Dieses unwahrscheinlich intelligente Exemplar einer Gnomin hatte sich in der Zwischenzeit mit einer Zwergenkarawane nach Wanderers Rast aufgemacht – vermutlich auf der Suche nach Vögeln, Katzen oder Eichhörnchen, die sie in den Hort eines Drachens verfolgen kann – und so nahmen wir die Verfolgung auf. Wir wurden im Gasthof Wanderers Rast herzlich begrüßt und erfuhren vom Wirt, dass sie sich von der Karawane getrennt hat und allein gen Osten marschiert ist. Eine strategische Meisterleistung, wahrlich eines Heldentods würdig.

Wir schliefen in Wanderers Rast und machten uns nach einem reichhaltigen Frühstück gen Osten auf. Nach 8 Stunden erreichten wir das Gasthaus Zum munteren Gnom, ein exzellenter Name, da es nur mehr aus Ruinen bestand. An der Tür steckte von außen ein Schlüssel. Wir öffneten die Tür und fanden einen Kamin, welcher noch Spuren kürzlicher Verwendung trug, und einige bequeme Schlafgelegen sowie eine Truhe, welche wir plünderten.Am nächsten Morgen folgten wir der Gnomenstraße weiter Richtung Osten und fanden bald eine kaputte kleine Armbrust und ein Päckchen, welches wir als Eigentum Merries identifizierten. Überraschenderweise hat sie es schon wieder nicht geschafft diese schwierige Aufgabe – nachhause gehen – zu meistern. Im Unterholz bemerkten wir einen umgeworfenen Wegweiser, welcher von der Gnomenstraße weg Richtung Süden führte, zu einem Ort, den uns der Wegweiser als Rabenstein anpries. Wir trotteten durch den Wald, immer auf der Hut vor Goblins, Wölfen und vor allem Fallen.

Endlich erreichten wir Rabenstein. Wir tasteten uns langsam zum Tempeleingang vor, verschanzten uns und wollten die möglicherweise vorhandenen Bewohner mit einem Ghost Sound aufscheuchen. Leider war der Versuch nicht erfolgreich; dafür begrüßte uns ein Gargoyle mit den Worten „Nghasta Kavatch! Ihr seid keine Gläubigen!“ und ging zum Angriff über. Nach kurzem Herzversagen meinerseits und kurzem Kampf verschafften wir uns Zugang zum Tempel und erkundeten ihn. Offensichtlich wurden hier rituelle Opfer dargebracht.

Immer noch auf der Suche nach Merrie suchten wir den Brunnen ab und riefen nach ihr. Aus dem Brunnen hörten wir eine Antwort „Helft mir! Sie kommen!“. Heldenhaft seilte sich Malakas ab und bald drang Kampfeslärm an unsere Ohren. Er kämpfte ganz allein gegen zwei verkrüppelte, mutierte, bärtige, humpelnde Inzüchtler. Als nächstes seilten wir Selina ab, jedoch entglitt mir das Seil und Selina stürzte ins Wasser; die durchdrehende Kurbel traf mich ins Gesicht und schleuderte mich händeringend in den Schlamm zu meinen Füßen. Am Boden liegend sah ich mit an, wie sich Indiras geschickt abseilte und anscheinend begann in den Kampf einzugreifen, der sich mittlerweile zu noch mehr Mutanten ausgedehnt hatte. Ich versuchte ihm zu folgen, schaffte es jedoch nicht so ganz und fiel ins Wasser. Unten angekommen, war das erste was ich sah, nachdem ich mich aufgerappelt hatte, wie ein reichlich angeschlagener Malakalavas todesmutig auf zwei Inzüchtler zustürmte. Mit seinem riesigen Schwert verpasste er einem der monströsen Dinger einen gewaltigen Hieb, aber als er noch stand, begann sich Malkalas nervös nach Selina umzudrehen und rief nach Heilung. Diese war jedoch wegen ihrer Rüstung zu langsam um ihn zu erreichen und flehte ihren Gott an, einen der beiden Inzüchtler zu verwirren. Während Makals Gehrinzellen noch auf Hochtouren arbeiteten, um eine Lösung für das Problem zu finden, überlegte das Monster nicht lange und streckte Malakas mit einem gewaltigen Hieb zu Boden. Von Wut befallen töteten wir die zwei Mistviecher, konnten jedoch nur mehr den Tod unsres Kameraden feststellen. Welch ein Verlust!

Doch der da jede Gruppe einen Idioten braucht und weil wir auf die Belohnung scharf waren, befreiten wir Merrie und schleppten den leblosen Leichnam unseres Kameraden bis nach Rubinhausen, da Merrie meinte, dass der dortige Priester unserem Freund helfen könnte.
In Rubinhausen angekommen wurden wir von einem seltsam gerüsteten Gnom und einigen Mitgliedern der Stadtwache begrüßt. Nach kurzer Diskussion wurde uns Einlass gewährt und sogleich suchten wir den Tempel des Gond auf. Der dortige Priester wollte als Bezahlung für seine Dienste, dass wir einer etwas weiter südlich gelegenen Gnomensiedlung einen Besuch abstatten. Das dortige Observatorium wurde angeblich von Goblins überrannt und er wollte, dass wir die Eindringliche vertreiben.

Wir versprachen den Auftrag binnen 2 Monaten, also bis zum 15. Flamerule, zu erledigen und Sibo Aschenherz erweckte unseren gefallenen Kameraden erneut zum Leben. Freundlicherweise stellten uns die Gnome eine Lagerhalle zur Verfügung, wo wir die Nacht verbringen konnten. Ich konnte nicht gut schlafen, da mich einerseits die Furcht vor der Kreatur in meinen Träumen wachhielt, andererseits die Überlegung ob sich Malakaks Geruch durch seinen Tod nicht gebessert hatte, da dieser feine Geruch nach Schlamm, Erde und Blut es fast vermochte seine normalen Körperausdünstungen zu überdecken.

Am Morgen des 18. Myrtul wurden wir von Merrie geweckt, welche uns ein köstliches Frühstück brachte – diese Gnome wissen, was gut ist – und uns dann zu ihrem Vater Andorf Weisshornführte , welcher uns alle seine angeblichen Ersparnisse überlassen wollte; wir zeigten uns großzügig und gaben ihm etwas wieder zurück; unsere Großzügigkeit rührte wohl auch daher, dass wir die einzigen Nichtgnome in der Stadt waren und die miniaturiserte Stadtwachen uns argwöhnisch beäugten. Er versprach uns günstig Linsen für Zielfernrohre oder ähnliches unbrauchbare Zeug anzufertigen, ein Gewinn für die Menschheit.

Da wir neue Vorräte brauchten beschlossen wir zurück nach Nordheim zu gehen und nach einer ereignislosen Reise konnten wir uns dort endlich wieder in der Taverne niederlassen und unsere müden Füße ausruhen.

Ouverture des Untergangs

Die Nordküste Tytyny